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Die Pulsarten

Die verschiedenen Pulspositionen werden jeweils unterschiedlichen Organen zugeordnet: In drei Tiefen (Hautoberfläche, mittlere und tiefe Ebene) wird die Art des Pulses ermittelt. Bestimmt werden: Volumen, Rhythmus, Frequenz und Form der Pulse. Damit können Mangel, Fülle oder Disharmonien in den Organen und bei Ihren Funktionen unterschieden werden.

Vorgehensweise

Der Puls wird an beiden Handgelenken jeweils an drei Stellen getastet: Von der Hand (distal) Richtung Schulter (proximal): Cun, Guan, Chi. An diesen Stellen werden durch Betasten je drei Druckstärken ausgeübt: oberflächlich, mittel, tief.

Dabei zeigen sich am linken Handgelenk als Funktionszusammenhänge:

  • CUN – Herz und Dünndarm
  • GUAN – Leber und Gallenblase
  • CHI – Niere und Harnblase, Nieren-Yin

Am rechten Handgelenk zeigen sich als Funktionszusammenhänge:

  • CUN – Lunge und Dickdarm
  • GUAN – Milz und Magen
  • CHI – Niere und Ming Men, Nieren-Yang

Auf die Pulstaststellen werden Zeige-, Mittel- und Ringfinger so aufgelegt, dass der Zeigefinger distal nah am Handgelenk liegt. Es wird mit der linken Hand am rechten Handgelenk und mit der rechten Hand am linken Handgelenk getastet. Es werden die Fingerkuppen (nicht die Fingerspitzen) benutzt. Das Tasten erfolgt in drei Druckstärken (oberflächlich, mittel und tief), erst mit allen drei Fingern zugleich, anschließend jeweils mit den Fingern getrennt. Der Patient sollte dabei sitzen.

Der normale Puls

Pulsdiagnostik benötigt sehr große Erfahrung. Der normale Puls allein ist schon abhängig von Geschlecht, Körperbau, Jahreszeit, Region, Tageszeit. Tastbar ist der normale Puls an allen drei Pulsstellen in mittlerer Stärke. Er ist ruhig und gleichmäßig.

Ein normaler Puls besitzt drei Eigenschaften: Magen-Qi, SHEN und die Wurzel.

Magen-Qi: harmonischer und kräftiger Pulswellenablauf
SHEN: Puls sanft, harmonisch, kräftig
Wurzel: kräftiger Puls an der CHI-Stelle

An Abweichungen vom normalen Puls erkennt der erfahrene TCM-Arzt Störungen der Organfunktionen. Im Zusammenhang mit anderen diagnostischen Erkenntnissen (z. B. Zungendiagnostik) entsteht so ein Spiegel des Beschwerdenbildes in den Organfunktionen.