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Folgenreiche Verharmlosung von Infektionen

Infektionen bleiben vor dem Ausbruch einer Erkrankung oft unerkannt – oder werden vernachlässigt. Doch viele merkliche Beschwerden – etwa bei der Verdauung, beim Schlaf, bei der Konzentration, bei Kopf- und Gelenkschmerzen, Schwankungen der Körpertemperatur, Hautbeschwerden – können Anzeichen von Infektionen sein.

Wann Keime im Körper krank machen

Manche Keime machen Menschen generell krank. Deshalb sollten zum Beispiel Infektionen mit pathogenen Bakterien (wie z. B. Helicobacter pylori) und Hefen (z. B. aus der Gattung Candida) unbedingt ärztlich behandelt werden.

Auch andere Keime erzeugen Beschwerden, wenn sie im Körper an falschen Stellen auftauchen. Die Medizin spricht dann von „Fehlbesiedlung”. So gibt es zum Beispiel Keime, die zur Darmflora gehören (Escherichia coli), aber in der Blase und Niere Erkrankungen verursachen.

Ein oft unterschätzter Grund für wiederholt entstehende Blasenentzündungen sind Verdauungsstörungen. Besonders bei Neigung zu unregelmäßigem Stuhlgang oder Obstipation (Verstopfung) können Keime durch die Darmwände (hier spricht man von einer Persorption) in die Blutbahn gelangen. Die Keime können dann durch die Nieren gefiltert und in die Blase ausgespült werden, die Epithelzellen der Darmschleimhäute durchlässig machen und so anderen Erregern den Weg in die Blutbahnen eröffnen und erleichtern.

"Pilze" - unterschätzt und oft unbehandelt

Generell hat die Nichtbeachtung und Nichtbehandlung von pathogenen Hefen eine Vielzahl von Folgen. Die Fehleinschätzung der hohen gesundheitlichen Schädigungen durch die Gattung Candida (z. B. ihre Arten albicans, tropicalis, famata, glabrata, guilliermondii, krusei, parapsilosis) ist ein weit verbreitetes Problem. Hierdurch können akut oder im Verlauf vieler Jahre schwere Erkrankungen entstehen.

Durch den hohen Verbreitungsgrad ist eine Art „Gewöhnung” an das Vorkommen von pathogenen Hefen beim Menschen eingetreten. So finden sich auch Fachkreise oft damit ab, dass das Immunsystem mit den „Pilzen schon klarkommt”. Das ist medizinwissenschaftlich allerdings äußerst fragwürdig.

In mehr als 2 000 Publikationen hat Mitte des letzten Jahrhunderts u. a. Prof. Dr. Dr. H. H. Rieth gemeinsam mit Kollegen an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf an vielen Beispielen auf die Gefährlichkeit der Hefen hingewiesen.

Auch wenn heute nur noch wenig Forschung auf diesem Gebiet betrieben wird, gibt es gelegentlich Veröffentlichungen, die deutlich zeigen, wie gefährlich diese Fehleinschätzung besonders in Hinblick auf das Immunsystem ist.

Die Erkenntnisse der mikrobiologischen Forschung beachten

Am Beispiel der Candida glabrata zeigt die Forschung, vgl. Seider, K., S. Brunke et al. (2011) The facultative intracellular pathogen Candida glabrata subverts macrophage cytokine production and phagolysosome maturation. J Immunol 187(6):3072-86 (2011) dass sich diese Hefe direkt im Immunsystem des Menschen, in den Makrophagen (also in den Fresszellen) vermehrt und diese zerstört ( Brunke 2011 Brunke, Sascha et al. (2011). Evasions- und Anpassungsmechanismen von Candida glabrata bei der Interaktion mit Makrophagen. DMykG, Mykologieforum, Medizinische Mykologie in Klinik und Praxis. Ausgabe 3/11 (2011), S. 23 ). Die Fresszellen (auch Phagozyten genannt) sind ein bedeutender Teil der Immunabwehr.

Aber auch Parasiten können Verursacher vieler Beschwerden sein. Zur Vermeidung von Komplikationen und zur gezielten Ursachenmedizin ist deshalb eine sorgfältige Einbeziehung der Mikrobiologie erforderlich, bei der Parasiten, pathogene Hefen, Bakterien und Fehlbesiedlungen systematisch aufgespürt werden. Hierbei spielt die richtige Probengewinnung eine große Rolle.

Den Kreislauf der Wechselwirkungen durchbrechen

Störungen der Organfunktionen, der Verdauung, des Immunsystems und Infektionen stehen in einem wechselseitigen Verhältnis von Ursache und Wirkung:

Einerseits bewirken zum Beispiel Infektionen eine Schwächung der Milzfunktion (und anderer Organe). Andererseits fördert eine schwache und „überforderte” Milz die Anfälligkeit für Infektionen. Komplexe Störungen der Organtätigkeiten sind die Folge.

Deshalb ist eine umfassende Klärung der tatsächlichen Ursachen von Beschwerden und Erkrankungen auch unter sorgfältiger Einbeziehung von Infektionen wichtig. Sie bildet die Basis für die jeweilige Kombination der Möglichkeiten, mit denen die Ursachen so gut und so schonend wie möglich behandelt werden können.

Infektionen im Fokus der Normamed-Ursachenmedizin

Wiederholte Anwendung von Medikamenten können die Folge mangelnder medizinischer Qualitätssicherung sein. Komplikationen und Therapieabbrüche drohen, wenn unsystematisches Vorgehen das Ziel verfehlt. Deshalb haben Leitlinien für Diagnostik und Behandlung eine große Bedeutung.

Ein besonderes Augenmerk gilt dabei auch den Wechselwirkungen zwischen Infektionen mit Parasiten, Bakterien und Hefen und Viren. Insbesondere Infektionen mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) zeigen, dass die heutige Medizin einer Vielzahl von Erregern gegenübersteht. Diese können nur durch konsequente Ursachenmedizin nachhaltig behandelt werden.

Ursachenmedizinische Behandlung von Infektionen

Zur ursachenmedizinischen Behandlung von Infektionen gehören

• die genaue Einordnung der Beschwerden
• sorgfältige Proben- und Materialgewinnungen
• mikrobiologisch versierte Laboruntersuchungen
• schonende Behandlung
• und aufmerksame Erfolgskontrollen.

Das „Immunsystem” wird durch Häufung von vermeintlich beherrschbaren Krankheitserregern oftmals nicht wie angenommen gestärkt, sondern es fehlen ihm „Kapazitäten”, um einen wirksamen Schutz aufrechtzuerhalten oder anderen, neuen Infektionen zu begegnen.

Ein gutes körperliches Gleichgewicht besteht nicht aus einem Gleichgewicht von Krankheitserregern. Ziel einer vollständigen, nachhaltigen und anschließend präventiven Ursachenmedizin ist ein entlasteter Körper mit einem Immunsystem, das nicht ständig durch Fehlbesiedlungen oder Krankheitserreger überfordert ist – und dessen Organe und Organfunktionen nicht dadurch beeinträchtigt werden.