Hauptinhalt

Folgenreiche Verharmlosung von Infektionen

Viele Infektionen bleiben vor dem Ausbruch einer Erkrankung oft unerkannt – oder werden vernachlässigt. Doch viele merkliche Beschwerden – etwa bei der Verdauung, beim Schlaf, bei der Konzentration, bei Kopf- und Gelenkschmerzen, Schwankungen der Körpertemperatur, Hautbeschwerden – können Anzeichen von Infektionen sein.
Was sind die tatsächlichen Ursachen der Beschwerden? Ist eine Infektion (oder eine Fehlbesiedlung mit körpereigenen Keimen) wirklich gefährlich? Was kann vorbeugend oder heilend getan werden? Diese Fragen müssen und können nur im Einzelfall beantwortet werden.

Wann Keime im Körper krank machen

Manche Keime machen Menschen generell krank. Deshalb sollte zum Beispiel eine Infektion mit pathogenen Bakterien (wie z. B. Helicobacter pylori) und Hefen (z. B. aus der Gattung Candida) unbedingt geprüft und im Falle eines positiven Ergebnisses ärztlich behandelt werden.

Auch andere Keime erzeugen Beschwerden, wenn sie an falschen Stellen im Körper auftauchen. Die Medizin spricht dann von „Fehlbesiedlung“. So gibt es zum Beispiel Keime, die zur Darmflora gehören (Escherichia coli), aber in der Blase Erkrankungen verursachen.

Die besondere Rolle von pathogenen Hefen

Ein oft unterschätzter Grund für wiederholt entstehende Blasenentzündungen sind Verdauungsstörungen. Besonders bei Neigung zu unregelmäßigem Stuhlgang oder Obstipation (Verstopfung) können Keime durch die Darmwände (hier spricht man von einer Persorption) in die Blutbahn gelangen. Die Keime können dann durch die Nieren gefiltert und in die Blase ausgespült werden. Die Persorption wird unter anderem dadurch begünstigt, dass pathogene Hefen mit ihrer schädigenden Wirkung die Epithelzellen der Darmschleimhäute durchlässig machen können und so anderen Erregern den Weg in die Blutbahnen eröffnen und erleichtern.

"Pilze" - unterschätzt und oft unbehandelt

Generell hat die Nichtbeachtung von pathogenen Hefen eine Vielzahl von Folgen und ist die Fehleinschätzung der hohen gesundheitlichen Schädigungen durch die Gattung Candida (z. B. ihre Arten albicans, tropicalis, famata, glabrata, guilliermondii, krusei, parapsilosis) ein weit verbreitetes Problem. Hierdurch können akut oder im Verlauf vieler Jahre schwere Erkrankungen entstehen.
Durch den hohen Verbreitungsgrad ist eine "Gewöhnung" an das Vorkommen von pathogenen Hefen beim Menschen eingetreten und so finden sich auch Fachkreise oft damit ab, dass das Immunsystem mit den "Pilzen schon klarkommt". Das ist medizinwissenschaftlich allerdings äußerst fragwürdig. In mehr als 2000 Publikationen hat Mitte des letzten Jahrhunderts u. a. Prof. Rieth gemeinsam mit Kollegen an der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf an vielen Beispielen auf die Gefährlichkeit der Hefen hingewiesen. Auch wenn wenig Forschung heute noch auf diesem Gebiet betrieben wird, gibt es gelegentlich Veröffentlichungen, die deutlich zeigen, wie gefährlich diese Fehleinschätzung besonders in Hinblick auf das Immunsystem ist.

Die Erkenntnisse der mikrobiologischen Forschung beachten

Am Beispiel der Candida glabrata zeigt die Forschung, vgl. Seider, K., S. Brunke et al. (2011) The facultative intracellular pathogen Candida glabrata subverts macrophage cytokine production and phagolysosome maturation. J Immunol 187(6):3072-86 (2011) dass sich diese Hefe direkt im Immunsystem des Menschen, in den Makrophagen (also in den Fresszellen) vermehrt und diese zerstört ( Brunke 2011 Brunke, Sascha et al. (2011). Evasions- und Anpassungsmechanismen von Candida glabrata bei der Interaktion mit Makrophagen. DMykG, Mykologieforum, Medizinische Mykologie in Klinik und Praxis. Ausgabe 3/11 (2011), S. 23 ). Die Fresszellen (auch Phagozyten genannt) sind ein bedeutender Teil der Immunabwehr.

Aber auch andere Erreger - wie Parasiten - können Verursacher vieler Beschwerden sein. Krankheiten und Beschwerden erfordern zur Vermeidung von Komplikationen und zur gezielten Ursachenmedizin eine sorgfältige Einbeziehung der Mikrobiologie, bei der Parasiten, pathogene Hefen, Bakterien, Fehlbesiedlungen in einem System aufgespürt werden. Auch hierbei spielt die richtige Probengewinnung eine große Rolle. Nach ärztlicher Beurteilung einer vollständigen Diagnose der gesamten Mikrobiologie kann eine effiziente und verträgliche Therapie erfolgen.

Bedarf an medizinischen Leitlinien für die Untersuchung und Behandlung von Mischinfektionen

Wiederholte Anwendung von Medikamenten, Komplikationen und Therapieabbrüche können die Folge mangelnder medizinischer Qualitätssicherung sein. Deshalb kommt der Formulierung von Leitlinien für Diagnostik und Behandlung heute eine große Bedeutung zu. Normamed wird fortschreitend solche Leitlinien zum Zwecke der medizinischen Qualitätssicherung weiterentwickeln.

Ein besonderes Augenmerk gilt bei der zukünftigen Normamed-Leitlinien-Entwicklung auch den Wechselwirkungen zwischen Infektionen mit Parasiten, Bakterien und Hefen und Viren. Insbesondere Infektionen mit dem Humanen Papillomavirus (HPV) zeigen, dass heutige Medizin hier einer gefährlichen "Allianz von Erregern" gegenübersteht. Diese kann nur durch konsequente Ursachenmedizin gesprengt werden.

Ergebnisse sorgfältiger Untersuchungen lassen Krankheiten oft in einem anderen Licht erscheinen. Es können sich im Einzelfall neue Chancen auf einen Ausweg aus Krankheiten und eine Linderung oder Heilung von Beschwerden ergeben.

Den Kreislauf der Wechselwirkungen durchbrechen

Störungen der Organfunktionen, der Verdauung, des Immunsystems und Infektionen stehen in einem wechselseitigen Verhältnis von Ursache und Wirkung: Einerseits bewirken zum Beispiel Infektionen eine Schwächung der Milzfunktion (und anderer Organe) – andererseits fördert eine schwache und "überforderte" Milz die Anfälligkeit für Infektionen. Komplexe Störungen der Organtätigkeiten sind die Folge.

Deshalb ist eine umfassenden Klärung der tatsächlichen Ursachen von Beschwerden und Erkrankungen auch unter sorgfältiger Einbeziehung von Infektionen wichtig: Sie bildet die Basis für die jeweilige Kombination der Möglichkeiten, mit denen die Ursachen so gut und so schonend wie möglich behandelt werden können.

Infektionen im Fokus der Normamed-Medizin

Genaue Einordnung der Beschwerden, sorgfältige Proben- und Materialgewinnung, mikrobiologisch versierte Laboruntersuchungen, schonende Behandlung, aufmerksame Erfolgskontrollen sind für eine wirksame Behandlung gefährlicher Infektionen wichtig.
Das oft zitierte "Immunsystem" wird durch Häufung von vermeintlich beherrschbaren Krankheitserregern oftmals nicht wie angenommen gestärkt, sondern es fehlen ihm "Kapazitäten", um einen wirksamen Schutz aufrechtzuerhalten oder anderen, neuen Infektionen zu begegnen.
Ein gutes körperliches Gleichgewicht besteht nicht aus einem Gleichgewicht von Krankheitserregern. Ziel einer vollständigen, nachhaltigen und anschließend präventiven Medizin ist ein entlasteter Körper mit einem Immunsystem, das nicht ständig durch Fehlbesiedlungen oder Krankheitserreger überfordert ist, dessen Organe und Organfunktionen nicht dadurch beeinträchtigt werden.