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Helicobacter pylori: Erkrankungen, Symptome und Störungen

Zu den Folgen einer unbehandelten Infektion mit Helicobacter pylori (und ggf. auch Mischinfektionen mit pathogenen Hefen) gehören

• Magensäureüberproduktion, Magengeschwüre, Zwölffingerdarmgeschwüre und die Entwicklung von Karzinomen

• Reflux (GERD) und Sodbrennen

• Wechselwirkungen zwischen den Infektionen und der Gallenblasenfunktion im Hinblick auf Magenschleimhautentzündungen

• funktionale Erkrankungen der Verdauung, sog. dyspeptische Symptome (chronische Magen-Darm-Beschwerden), chronische Verstopfung und Durchfälle, wechselnde Stühle, Krämpfe im Ober- und Unterbauch

• Nahrungsunverträglichkeiten und Allergien

• entzündliche Darmerkrankungen mit Polypen und Divertikeln sowie wechselnde und chronische Entzündungen des Darms

• Störungen des Immunsystems und Beeinflussung der Immunfaktoren sowie des exo- und endokrinen Systems (Hypophyse, Schilddrüse, Pankreas, Gonaden, Nebennieren)

• verschiedene Hauterkrankungen (v. a. chronische Urtikaria, Rosazea)

• neurologische Erkrankungen (M. Parkinson, Kopfschmerzen/Migräne)

• rheumatische Beschwerden und Arteriosklerose

• Gefäßerkrankungen (auch Herzinfarkt und Schlaganfälle, Plaquebildungen in Gefäßen – auch im Kontext von weiteren Infektionen wie z. B. mit Chlamydia pneumonia

Diagnostik und Therapie von H. pylori

Serologische Tests (bestehend aus IgA, IgG, IgM Elisa- und Blot-Tests) lassen sich einfach durchführen. Sie sind schonende (und bei richtiger Verfahrenskombination und richtiger Interpretation) gute Alternativen zur Endoskopie (Magenspiegelung) und zu Biopsien. Sie können Patienten unangenehme Untersuchungen ersparen. Und eine Diagnose ist mit ihnen schnell erstellt.

Zum Ausschluss von Mischinfektionen und zur richtigen Bewertung von Symptomen sollte aber auch die Untersuchung auf pathogene Hefen durchgeführt werden. Diese lassen sich mittels Mundabstrich und Stuhlproben ebenso sehr einfach nachweisen.

Auch die Diagnostik der TCM kann Zusatzinformationen liefern. So ist etwa eine Zunge mit ausgeprägter Kerbe in der Mitte ggf. nicht nur ein Hinweis auf eine gestörte Milzfunktion, sondern häufig auch auf eine Infektion mit Helicobacter pylori und pathogene Hefen.

Therapiert werden die Infektionen oder Mischinfektionen nach erfolgtem Labornachweis und genauer Differenzierung. Beide Erreger haben ein hohes Potenzial für schwere Erkrankungen. Auch weitere Erreger können daran beteiligt sein. Der Hintergrund sorgfältiger Untersuchungen ist die Vermeidung von Komplikationen, Unverträglichkeiten und Unwirksamkeiten bei einer Therapie mit Antibiotika.

Wie kann die Wirksamkeit der Erregerbehandlung verbessert werden?

Es ist zunächst richtig, dass sich Helicobacter pylori beim heutigen Stand der Wissenschaft am besten durch eine gezielte Kombination von Antibiotika behandeln lässt. Dabei kommen verschiedene Antibiotika zum Einsatz.

Dennoch kommt es nicht selten zu einem Therapieversagen bestimmter Antibiotika. Die Praxis zeigt, dass die Unwirksamkeit von Antibiotika nicht allein an der Resistenz des Erregers liegen muss. Die Gründe sind wissenschaftlich nicht hinreichend geklärt. Erfahrungen legen die Vermutung nahe, dass diese auch durch nichtbehandelte weitere Infektionen (z. B. mit Candida spec.) verursacht sein können.

Die Wirksamkeit der Medikation und die Verträglichkeit der Behandlung benötigen ein systematisches Vorgehen. Exakte Anamnesen und die Regulierung des Stoffwechsels helfen, die Folgen eigener Behandlungsfehler von Nebenwirkungen der Medikamente abzugrenzen und Therapieabbrüche zu vermeiden.

Die Verträglichkeit der Medikation (Antibiotika) kann z. B. durch zusätzliche und hilfreiche Maßnahmen vor und während der Behandlung gesteigert werden. Dazu gehören auch unterstützende Medikationen zur Stoffwechselverbesserung, wie sie z. B. die TCM bietet.

Da die pathogenen Hefen zu ähnlichen Beschwerden wie Helicobacter pylori führen, sich aber unter Antibiotikabehandlung der Bakterien stark vermehren, ist ihre Einbeziehung in eine Diagnostik und Therapie von H. pylori unbedingt anzuraten.

Ziel ist es dabei, die Vermehrung pathogener Hefen und damit mögliche Komplikationen der Behandlung gegen die Bakterien zu vermeiden.

Es ist verwunderlich, dass auch aktuelle Leitlinien diese Umstände nicht berücksichtigen, obwohl sie medizinisch belegt sind.

 

Ein Erreger, der medizinisches Umdenken erforderte

Seit der Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori durch Barry Marshall und John Robin Warren im Jahr 1983 erfolgte eine medizinische Neubewertung etlicher Beschwerden und Erkrankungen insbesondere der Verdauungsorgane. Helicobacter pylori wurde als Verursacher vieler Magen-Darm-Erkrankungen erkannt – und in umfangreichen Studien wurde die Gefährlichkeit einer Infektion mit diesem Erreger hervorgehoben.

Der Erreger ist ein Beispiel für die Veränderungen in der Medizin und für notwendige Anpassung der Diagnostik und Therapie durch Erkenntnisse der Forschung: Lange wurde als Ursache für Gastritis und Magengeschwüre vor allem psychischer Stress verantwortlich gemacht. Das erwies sich als wissenschaftlich nicht haltbar.

Die Entdeckung des Erregers und seiner Gefahr erwies sich als so bedeutend, dass Marshall und Warren 2005 für seine Erforschung den Nobelpreis erhielten.

Die Entdeckung des Erregers Helicobacter pylori zeigt, warum in der Diagnostik und Therapie ein medizinisches Umdenken erforderlich war und ist. Deshalb erfolgt die Diagnostik und Therapie der Helicobacter-pylori-Infektion durch die Anwendung von Standards, die die Chance auf eine erfolgreiche Behandlung und eine Minderung von Therapieversagen bieten.