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Mischinfektionen benötigen eine umfangreiche Gesamtdiagnostik ...

Das bedeutet: Mischinfektionen benötigen eine unverzichtbare Sorgfalt bei der Probengewinnung, Auswertung und anschließender Therapie. Besonders wichtig ist auch die Behandlung von sog. mikroskopisch großen Erregern (wie Parasiten) und Pilzinfektionen, wenn zugleich eine Infektion mit krankmachenden Bakterien vorliegt.
Zur Veranschaulichung für die Untersuchung und Behandlung von Mischinfektionen können Infektionen herangezogen werden, die heute weit verbreitet sind: (1) eine Infektion mit Helicobacter pylori und (2) eine Infektion mit pathogenen Hefen, wie z. B. Candida albicans.

... mit klarer Strategie und einem festen Muster für das Vorgehen.

Im Falle solcher Infektionen benötigt man für die Behandlung und für anhaltenden Erfolg eine klare Strategie und ein festes Muster für das Vorgehen. Besonders diese Infektionen können in der Kombination schwere Krankheiten mit chronischen Verläufen erzeugen. Aufgrund der komplexen Wechselwirkung dieser Erreger ist unbedingt eine sorgfältige Diagnostik erforderlich.
Deshalb empfehlen wir bei solchen Mischinfektionen eine umfangreiche Gesamtdiagnostik. Die Wiederherstellung der Gesundheit ist dabei ein sehr komplexer Prozess und sollte die Störung und Schädigung der Organe und Ihrer Funktionen einbeziehen, die ggf. nicht ausheilen können, wenn man nur die Erreger behandelt.

Pilze vermehren sich unter der Gabe von Antibiotika stärker und verursachen damit auch mehr Beschwerden. Es ist schon deshalb generell ratsam, vor der Verwendung von Antibiotika in jeder Form Pilze (hier pathogene Hefen) sorgfältig in die Diagnostik und Therapie mit einzubeziehen. Das ist ein fester Bestandteil der Normamed-Methode.

Es sprechen aber auch weitere eher leider in Vergessenheit geratene medizinische Gründe für dieses Vorgehen: Die pathogenen Hefen verursachen ähnliche Beschwerden und Erkrankungen wie viele andere Infektionen und auch Bakterien.

Zwischen manchen Bakterien und z. B. bereits beschriebenen Candida albicans besteht regelrecht eine Symbiose, deren Umstände nicht vollständig wissenschaftlich geklärt sind. Dazu gehört auch ein Nachweis z. B. bestimmter Staphylokokken, wie der Staph. aureus, Klebsiellen und anderer sogenannter Beta-Lactam-Bildner. Besonders diese Erreger vermehren sich im Umfeld der Hefen stabil und sind ohne die Behandlung der Hefen kaum zu beseitigen. Sie selbst mindern die Wirkung von Antibiotika.

Helicobacter pylori und Candida albicans: Beide Erreger  jeder für sich alleine  verursachen ähnliche und ebenso gefährliche Krankheiten. Bekannt ist das z. B. beim Magengeschwür, dem sog. Ulcus. Lange vor der Entdeckung von Helicobacter pylori und dem Nachweis, dass Magengeschwüre von diesem Erreger verursacht werden, wurde die Geschwürbildung durch pathogenen Hefen, auch Soorpilze genannt, medizinisch erforscht. Die Resultate  heute oft vergessen  wurden bereits früh veröffentlicht. Zum Beispiel: Über Bau und Entstehung des chronischen Magengeschwürs sowie Soorpilzbefunde in him. Teil I.
Virchows Archiv 234, 111178 (1921).

Bergemann, W. (2011). Candidosis des Magens und Ulcus ventriculi.
Castellania 3 (11)199201 (1975).

Sehr viele Arbeiten über pathogene Hefen belegen seit fast einem ganzen Jahrhundert die Gefährlichkeit dieser Infektionen durch anerkannte Ärzte und Wissenschaftler.

Es ist also geboten, beiden Erregern, pathogenen Hefen, wie auch Helicobacter pylori, eine gleichwertige Beachtung zu schenken. Erst dadurch sind die Voraussetzungen gegeben, dass – in Schritten von der Krankheit ausgehend – die angestrebte Gesundheit vollständig, stabil und nachhaltig erreicht werden kann. Die richtige Therapiekombination entscheidet über Verträglichkeit und Therapie und sollte daher erst nach vollständiger Diagnostik durchgeführt werden. Die Beachtung dieses bedeutenden Umstandes hilft Komplikationen in der Therapie und bei der Mitwirkung der Patienten zu einer erfolgreichen Therapie zu vermeiden.

In vielen anderen Veröffentlichungen wurde beschrieben, dass sich im Umfeld von pathogenen Hefen bestimmte Bakterien vermehren. Daraus auf die Resistenz solcher Bakterien zu schließen, ist aber medizinisch nicht richtig. Bei genauer Betrachtung der Ursachen zeigt sich: Der Triggerfaktor der Hefen, die leider oft auch hier und heute zu wenig Beachtung finden, ist entscheidend für ein Versagen einer Therapie mit eigentlich wirksamen Antibiotika gegen die Bakterien.

Prof. Friedrich Staib † (Robert-Koch-Institut) wies nach, dass sich der Staphylokokkus aureus direkt im Umfeld der Candida albicans (hier in der Mundhöhle und im Darm) stark vermehrt. Er und andere wiesen auch darauf hin, dass bei Beseitigung der Hefen sich die meisten Staphylokokken deutlich reduzieren oder nach einer gewissen Zeit nicht mehr nachweisbar sind, ohne dass es einer gesonderten Therapie dafür bedarf. Hier liegt – Fachleute werden es erkennen – eine große Chance auch für die Vermeidung lebensbedrohlicher Formen der Sepsis im Intensivmedizin-Bereich, etwa auf Intensivstationen.

Bei der Therapie gegen Helicobacter pylori kann man sich diese Erkenntnisse ebenso zu Nutze machen und die Quote der Therapieerfolge, die Verträglichkeit und die Nachhaltigkeit der ganzen Behandlung verbessern.

Mischinfektionen benötigen höchste methodische Sorgfalt

Im Rahmen der ganzheitlichen Normamed-Betrachtung werden besonders bei Mischinfektionen die Komponenten des Vorgehens optimiert. Insbesondere die zeitlich abgestimmte Therapie gegen pathogene Hefen unterstützt direkt und indirekt die Wirkung der Antibiotika und beugt wiederholten Antibiotikatherapien vor: Die Effizienz der Antibiose wird insbesondere durch sorgfältige Untersuchung der pathogenen Hefen gesteigert. Das kann den Heilungserfolg steigern und Nebenwirkungen mindern oder vermeiden:

  1. Pathogene Hefen wie Candida albicans, Candida species und Parasiten müssen als Störfaktoren auch mit Blick auf Helicobacter-pylori-Infektionen gleichwertige Beschwerdenursache zuerst eliminiert werden, Stoffwechsel und Verdauung können durch andere Methoden, wie z. B. auch durch Diäten, ggf. Probiotika und chinesische Heilkräuter unterstützt werden.
  2. Die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Antibiotika wird dadurch erheblich gesteigert, der Körper kann mittels besserer eigener Abwehr und guter Verträglichkeit die gesamte Therapie unterstützen.
  3. Die Patienten erhalten damit eine besser verträgliche Behandlung und plausible Informationen über das Therapieziel – denn aktive Mitwirkung (zeitweise Diäten, richtige Einnahme von Medikamenten, Beachtung von Hygiene-Empfehlungen) ist bei der Behandlung von Mischinfektionen so wichtig wie bei anderen auch.
  4. Es werden so für kurze Zeit unbedingt notwendige starke Medikamente sehr gut vertragen und sie entfalten ihre gewünschte Wirkung.
  5. Durch die kombinierte Therapie wird die Vermehrung von pathogenen Hefen unter Antibiotikaeinsatz gegen Bakterien wirksam unterbunden.

Das Beispiel der Mischinfektionen zeigt auch, warum im Rahmen der Normamed-Methode die Qualitätssicherung aller Komponenten von entscheidender Bedeutung ist: Ohne Sicherstellung hoher Sorgfalt auf jeder Stufe der Diagnostik und Therapie sind die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen Infektionen und Organstörungen kaum richtig zu analysieren und die resultierenden Beschwerden kaum richtig zu behandeln.